Die vergangenen Monate waren ein echtes Wechselbad der Gefühle.
Wenn ich auf diese Saison zurückblicke, dann sehe ich nicht die Wettkämpfe, die ich mir erhofft hatte. Ich sehe Arzttermine, Verletzungen, Behandlungen, Schmerzen, Geduld und immer wieder die Frage: Wie weit geht es heute? Bisher konnte ich gerade einmal zwei Wettkämpfe bestreiten. Nicht, weil ich nicht wollte, sondern weil mein Körper immer wieder Grenzen gesetzt hat.
Trotzdem bin ich jeden Tag aufgestanden und auf den Platz gegangen. Ich habe trainiert, so gut es eben möglich war. Es gab Tage, an denen ich voller Zuversicht war, und Tage, an denen ich mich gefragt habe, wann ich endlich wieder unbeschwert springen kann. Aber ich habe nie aufgehört, an mir zu arbeiten. Schritt für Schritt habe ich meine Form aufgebaut, auch wenn sie sich im Wettkampf bisher kaum zeigen durfte.
Was mir dabei unglaublich geholfen hat, war ein Ziel, das ich mir schon zu Beginn des Jahres gesetzt habe: die Europameisterschaft in Birmingham.
Dieses Ziel hat mich durch die schwierigen Phasen getragen. Es hat mir an den Tagen Kraft gegeben, an denen die Motivation nicht von alleine da war. Es hat mir geholfen, Entscheidungen zu treffen, die sich im ersten Moment falsch angefühlt haben, wie Wettkämpfe abzusagen oder einen Schritt zurückzugehen. Und es hat mich immer wieder daran erinnert, warum ich all das auf mich nehme.
Ich glaube, jeder braucht etwas, woran er sich festhalten kann, wenn der Weg steinig wird. Für mich ist dieses Ziel genau das gewesen. Es hat meinen Blick nach vorne gerichtet und mir geholfen, die kleinen Fortschritte zu sehen, auch wenn der große Durchbruch noch auf sich warten lässt.
Natürlich wäre ich lieber unbeschwert durch diese Saison gegangen. Natürlich hätte ich gerne öfter gezeigt, was in mir steckt. Es ist nicht leicht, immer wieder Rückschläge einzustecken und Geduld haben zu müssen. Manchmal fühlt es sich an, als würde man zwei Schritte nach vorne gehen und dann wieder einen zurück.
In meiner Karriere hatte ich leider schon viele Verletzungen. Ich würde aber nicht sagen, dass es mit der Zeit einfacher wird. Das wird es nicht. Jeder Rückschlag tut weh und jede Verletzung bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Der Unterschied ist heute, dass ich gelernt habe, damit umzugehen. Ich vertraue meinem Körper, meinem Umfeld und vor allem mir selbst viel mehr als noch vor einigen Jahren. Ich weiß, dass schwierige Phasen vorbeigehen und dass ich gestärkt daraus hervorgehen kann.
Ich weiß, was ich kann. Ich weiß, wie ich trainiere. Und ich weiß, dass ich zwei Meter springen kann. Daran haben die vergangenen Monate nichts geändert. Vielleicht konnte ich es bisher nicht zeigen, aber ich habe es nicht verlernt. Ich bin überzeugt, dass der Moment kommen wird, an dem ich genau das wieder auf die Matte bringe.
Bis dahin heißt es, weiter geduldig zu bleiben, weiter an mich zu glauben und jeden Tag das Beste aus der Situation zu machen. Nicht jeder Weg verläuft gerade. Manchmal führen Umwege trotzdem ans Ziel.
Mein Ziel habe ich fest im Blick. Und genau das gibt mir jeden Tag die Kraft, weiterzumachen.






