Ich habe mich sehr auf die Deutschen Meisterschaften gefreut. Vor heimischem Publikum zu starten, mit meiner Familie, meinen Freunden und so vielen Menschen auf der Tribüne, die mich seit Jahren unterstützen, hätte mir unglaublich viel bedeutet. Gerade deshalb tut es besonders weh, jetzt absagen zu müssen.
Trotzdem bin ich klar und stehe hinter meiner Entscheidung, denn die Verletzung an meinem Fuß begleitet mich leider schon das ganze Jahr. Es ist eine Saison, die ich mir ganz anders vorgestellt hatte. Das Schwierigste daran ist, dass ich im Training sehr gut arbeiten kann. Ich fühle mich fit, ich kann meine Einheiten absolvieren und sehe, dass ich auf einem guten Weg bin. Aber sobald die Belastung eines Wettkampfes dazukommt, macht mein Fuß einfach nicht das mit, was ich von ihm brauche und das akzeptiere ich.
Ich habe lange gehofft, dass es bis Wattenscheid reicht. Ich habe alles versucht und jede Entwicklung genau beobachtet. Am Ende musste ich mir aber ehrlich eingestehen, dass mein Körper mir im Moment eine klare Grenze setzt und darauf möchte ich hören. Ich glaube, dass wir Sportler oft zeigen wollen, wie viel wir aushalten können, aber ich habe aus der Vergangene gelernt. Es ist mindestens genauso wichtig, zu erkennen, wann der richtige Zeitpunkt ist, einen Schritt zurückzugehen. Wenn der Körper Nein sagt, dann sollte man ihm zuhören. Genau dafür habe ich mich entschieden und bin stolz, dass ich diese Entscheidung treffen kann.
Natürlich hätte ich alles dafür gegeben, bei meinem Heimspiel an den Start zu gehen. Aber ich möchte kein Risiko eingehen. Mein großes Ziel sind die Europameisterschaften Mitte August in Birmingham. Die kommenden drei Wochen werde ich nutzen, um weiter konzentriert zu trainieren, meinem Fuß die Zeit zu geben, die er braucht, und mich bestmöglich auf diesen Saisonhöhepunkt vorzubereiten.
Auch wenn diese Saison bisher nicht gezeigt hat, was wirklich in mir steckt, verliere ich das Vertrauen nicht. Ich weiß, wie gut ich trainieren kann, und ich weiß aus der Vergangenheit, dass ich bei internationalen Meisterschaften meine Leistung abrufen kann. Daran halte ich fest und glaube weiterhin an mich.
Traurig bin ich trotzdem. Es schmerzt, ausgerechnet die Deutschen Meisterschaften vor heimischem Publikum zu verpassen. Umso dankbarer bin ich für alle, die mich in dieser Zeit unterstützen, mir Mut machen und Verständnis für diese Entscheidung haben.






